Auf die Stimme des Herrn Richtig Hören

Anfang 2016 erlitt ich beim Fussball eine schlimme Verletzung. Das vordere Kreuzband, der äußere Meniskus und das Innenband wurden dabei gerissen. Aus der daraus resultierenden Bewegungsunfähigkeit entwickelte sich auch noch eine Thrombose im rechten Wadenmuskel.

Da ich es gewohnt war, Heilung zu erleben, hoffte und erwartete ich, von dieser Verletzung ohne Operation geheilt zu werden. Als die Heilung innerhalb einiger Wochen nicht eintrat, ließ ich mein Knie operieren, um die Blockade im Knie aufzulösen und es wenigstens wieder bewegen zu können.

Während dieser Zeit las ich in der Bibel mit dem Verlangen herauszufinden, was mit mir hier momentan passiert. Ich schlug dann „zufällig‟ die Schrift in JESAJA 35:3-6 auf, die das Versprechen enthält, dass die Lahmen wie ein Hirsch springen werden. Ich fühlte mich in der Tat wie ein lahmer Mensch, weil ich mich ohne Krücken kaum bewegen konnte, jede Bewegung im Bett eine große Herausforderung darstellte und oftmals nur mit viel Schmerzen möglich war.

Ich habe dieses Versprechen sehr zu Herzen genommen und beanspruche es auch heute noch. An einem Freitagabend im April hatten wir dann eine Gebetsnacht, bei der ich mit unserer Gruppe darüber sprach, speziell für unsere Bedürfnisse zu beten. Ich begann in Zungen zu beten und wusste, dass ich im Geist dem beschädigten Knie befahl, „sich zu benehmen‟, weil ich es damals nicht richtig strecken und biegen konnte.

Kurz darauf sprang mir die folgende Schrift aus PSALM 100:4 in den Verstand: Geht zu seinen Toren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben … Ich dankte und lobte Gott für die Heilung, die Jesus für mich am Kreuz erworben hatte. Dann kam mir ein weiterer kristallklarer Gedanke in den Sinn, der die folgende Schriftstelle aus RÖMER 14:11 zitierte: So wahr ich lebe, sagt der Herr, mir wird sich jedes Knie beugen, und jede Zunge wird Gott bekennen. Zu diesem Zeitpunkt war ich ganz aufgeregt und wusste, dass Gott dabei war, etwas Kraftvolles zu tun. Die nächste Schrift aus MATTHÄUS 18:20 kam mir in den Kopf, die sagt: Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

Ich deutete dies so, dass Gott mich noch in dieser Gebetsnacht heilen würde, und ich konnte es kaum erwarten, allen zu erzählen, was der Herr mir gezeigt hatte. Ich bat dann um Heilungsgebet. Voller Erwartung und Aufregung teilte ich meine Erfahrung oben der Gruppe mit. Ich ließ sie die Hände auf mich legen und für meine Heilung beten. Ich war voller Zuversicht und versuchte, meine ersten paar Schritte ohne Krücken zu machen, aber zu meiner Überraschung ging es nicht. Ich versuchte es weitere Male und war ein wenig perplex, warum das Laufen nicht ging.

Die Heilung kam nicht schnell, und nach weiteren Komplikationen wurde ich im Juni in Kiel am Kreuzband operiert. Zum Zeitpunkt, während ich dieses Zeugnis aufschrieb, waren 11 Monate vergangen. Obwohl ich relativ „normal‟ laufen konnte, war ich noch weit davon entfernt, „wie ein Hirsch zu springen‟ und mich sportlich zu betätigen.

Ich weiß, dass Gott nicht lügen kann. Deshalb fragte ich mich, was schief gelaufen war. Was Gott anging, war nichts schief gelaufen. Aber ich hatte den Fehler gemacht „zu interpretieren‟, dass Gott mir die Heilung sofort während der Gebetsversammlung geben würde. Hatte Gott so etwas gesagt? Nein, das hatte Er nicht. Er nannte nie einen Zeitpunkt. Ich hatte die Geschehnisse allerdings als „sofort‟ interpretiert. Ich hatte dem etwas hinzugefügt, das Gott mir im Gebet mitgeteilt hatte. Jetzt erkenne ich, dass Gott mich mit diesen Schriften ermutigen wollte zu glauben, dass das Problem behoben werden wird. Allerdings hat Er nie einen Zeitpunkt angegeben. Den hatte ich hinzugefügt.

Seitdem hat Gott mir eine weitere Sache über Glauben beigebracht, während ich Hebräer Kapitel 11 las. Du und ich, wir können den Glauben nicht aus uns selbst heraus produzieren. Willenskraft kann keinen Glauben hervorbringen. Das Bekämpfen satanischer Gedanken erzeugt keinen Glauben. Der Glaube ist entweder eine Gabe Gottes oder eine Frucht des Geistes. In beiden Fällen kommt er von Gott und nicht von uns.

Abrahams Frau Sara, die in einem sehr hohen Alter schwanger wurde und ein gesundes Kind gebar, hatte dies nicht dadurch geschafft, dass sie jeden zweifelhaften oder negativen Gedanken weggeschoben hatte. Sie hat es nicht aus eigener Kraft getan, sondern wie wir es in HEBRÄER 11:11 lesen: Durch Glauben empfing auch Sara Kraft, dass sie schwanger wurde und gebar, obwohl sie vom Alter her über die Zeit hinaus war; denn sie achtete den für treu, der es verheißen hatte.

Du und ich, wir können in unserer eigenen Kraft versuchen, unsere Heilung zu empfangen, was aber oftmals nicht klappen wird. Die Schlüsselsache ist, dass du Gott vertraust, dass Er treu ist und das vollbringt, was Er versprochen hat. WIR können keine Heilung, Befreiung, oder was auch immer unser Problem sein mag, produzieren, aber wir können Gott vertrauen, treu zu sein. Und das ist es, was Gott von uns erwartet!

Ich preise Gott dafür, dass ich diese wichtige Lektion gelernt habe, und ich hoffe, es hilft Euch auch. Gott lügt nicht, also vertraue Ihm, auch wenn Du schon seit Langem unter einem Problem leidest. Die Lösung wird kommen. Vertraue nur Gott.

Ich werde euch auf dem Laufenden halten, wenn das Versprechen von Jesaja Kapitel 35 in meinem Leben erfüllt ist. Seid Euch sicher, es wird kommen. Nur wann, weiss ich noch nicht.